FDP Neuss fordert: Aufbau eines lokalen Netzwerkes als „Smart-City-Technologieplattform“ für ein intelligent vernetztes (smartes) Neuss

VonRatsfraktion Jul 23, 2019

FDP Neuss fordert: Aufbau eines lokalen Netzwerkes als „Smart-City-Technologieplattform“ für ein intelligent vernetztes (smartes) Neuss

  1. Die FDP Neuss möchte die Verwaltung beauftragen gemeinsam mit „Unitymedia Business“ auf der Basis von „LoRaWan“ (Long Range Wide Area Network) ein Konzept für ein Lokales Netzwerke für die Stadt Neuss als technische und strategische Voraussetzung für ein „Smartes Neuss“ zu erarbeiten, dass durch hohe Energieeffizienz, große Reichweiten, hohe Sicherheitsstandards und flexible Schnittstellen zur Anbindung fremder Anwendungen geprägt ist um zukunftssicher eine immer steigende Anzahl von IoT-Daten zu transportieren. Dazu ist 
  2. die Rolle der ITK-Rheinland mit ihren Leistungen (z.B. Internet-Service-Provider, Backbone Kapazitäten) abzuklären und wenn möglich miteinzubeziehen. Ausserdem will die FDP Neuss 
  3. den Mehrwert dieses lokalen Netzwerks und dessen Sensorik auch für die Aufgabenerledigung und Messdatenerfassung sowie Anlagensteuerung der Stadtwerke zugänglich zu machen. Dazu gehört auch 
  4. ein Konzept zur Auslobung eines IoT-Awards „Digitales Neuss“ zu entwickeln, bei dem im Rahmen eines Wettbewerbes kreative Köpfe mit Ideen zur „Nutzung von IoT im täglichen Leben“ aufgerufen werden um mit „smarten Anwendungen“ die Lebensqualität in Neuss weiter zu steigern.

Michael Fielenbach, FDP-Stadtverbandsvorsitzender: „ Die Idee einer „intelligent vernetzten Stadt“ (Smart City) ist nicht neu. Die Städte suchen ständig nach Möglichkeiten, wie Technologie dazu beitragen kann, eine leistungsfähige und nachhaltige Infrastruktur aufzubauen und zu steuern, die Mehrwerte schafft und die Verwaltungs- und Betriebskosten senkt. Dabei ist das erste Ziel bei der Umsetzung von Smart-City-Technologien die Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner, die Steuermitteleffizienz, die Verkürzung von Wartezeiten, die Schaffung von Zeitgewinnen, die Deckung von Dienstleistungsbedarf und die schonende Nutzung von Ressourcen.“

Den wichtigsten Part bei einer smarten Stadt spielt das „Internet of Things“, kurz „IoT“, und  dringt dabei in nahezu alle Lebensbereiche vor in jedes Unternehmen und in jede Branche vor und wird diese verändern. 

Dieses IoT ist auf ein gut funktionierendes Lokales Netzwerk angewiesen, über das sich die Sensoren bidirektional austauschen können. Neben dem aktuellen 5G-Standard, der erst in Jahren flächendeckend bereitstehen wird, gibt es zwar noch weitere Technologien, die für Aufbau von lokalen Netzwerken geeignet sind aber die Long Range Radiotechnologie „LoRa“ vereint die meisten Vorteile auf sich, so der FDP-Chef Fielenbach. 

„Long Range Radio“ (Langstreckenfunk) ist eine entwickelte Technologie für die drahtlose (Funk-)Datenkommunikation mit großer Reichweite. Je nach Funktion und Funktionalität eines solchen Funksenders sind Laufzeiten von 10 bis 20 Jahren ohne Batteriewechsel möglich. Die LoRa-Technik bietet demnach technische und wirtschaftliche Vorteile für Smart-City-Anwendungen, mit der Behörden und Städte nachhaltige Dienstleistungen bereitstellen können. Mit ihr kann die Stadt eine intelligente Überwachungs- und Steuerungsinfrastruktur aufbauen (Stadtmanagement), mit der Daten von tausenden vernetzter Geräte und Systeme auf rationelle Weise gesammelt und analysiert werden können. 

Das LoRaWAN-Netzwerk kann flexibel bereitgestellt und in öffentlichen, privaten oder hybriden Netzwerken im Innen- oder Außenbereich installiert werden. Für dicht besiedelte Ballungszentren ist es v.a. wichtig, dass die Signale „tief“ in die städtische Bebauung vordringen. Das ist bei LoRa der Fall. 

„Insgesamt wird die Smart-City-Technologie die Art und Weise, wie Städte gemanaged werden und Behörden und Bürger miteinander interagieren können, komplett verändern. Präzise gesteuerte Straßenbeleuchtung, dezentrale Luftqualitätsmessung, Abfallmanagement, Energieerfassungs- und Steuerungsmanagement, Ampelsteuerung oder exakte Parkplatzsuche sind nur ein paar Beispiele für solche und viele andere IoT-Anwendungen. Cloudbasierte Smart-City-Plattformen erfassen die Daten, analysieren sie, stellen Services bereit und versorgen „die Community“ mit Informationen. Der „Grad von Smart-City“ wird ein wesentlicher Standortfaktor für Städte, auch in der Größenordnung von Neuss, werden. Und natürlich kann auch die SWN auf dieser Technikbasis arbeiten und unabhängig voneinander ihre Aufgabenstellungen erfüllen. Die Erfahrungen mit diesem Netzwerk können auch für Unternehmen im Stadtgebiet interessant sein -beispielsweise aus der Logistikbranche – und einen weiteren Ausbau nach sich ziehen. Die Kooperationsmöglichkeiten und Mehrwerte sind vielfältig“ kommentiert Manfred Bodewig, Fraktionsvorsitzender diese Initiative.

„Mit dem Aufbau eines solchen Lokalen Netzwerkes wird die Stadt Neuss nicht nur Akteur in der Stadtentwicklung sondern auch der Akteure in der Digitalisierung werden und bleiben. Damit kann es auch gelingen die Digitalisierung aus der einer reinen Effizienzsteigerungslogik herauszuholen und mehr Menschen zu motivieren, sich in die Debatten über unsere zukünftige Stadt einzumischen. Das ist die Meinung der beiden Führungsleute der FDP in Neuss.

Wir werden einen entsprechenden Antrag https://www.fdp-neuss.de/wp-content/uploads/2019/07/Antrag.pdfzu diesem Thema mit den erwähnten Inhalten nach der Sommerpause in den Rat der Stadt Neuss einbringen. Mit diesen Schritten wird die Digitalisierung der Stadt energisch nach vorne gebracht werden.