Falkenansiedlung und –einsatz zur Sicherung der Artenvielfalt

VonRatsfraktion Jun 13, 2019

Falkenansiedlung und –einsatz zur Sicherung der Artenvielfalt

Im Jahr 2009 berichtete die NGZ über einen Ansiedlungsversuch von Wanderfalken als größte Feinde der Tauben auf der Plange Mühle. Der schädliche Taubenbestand konnte damals auf 50 Tiere reduziert werden. Ein Teil der Tiere wurde zur Beute, der Rest verkrümelte sich, suchte eine “falkenfreie Zone” auf. So fand die Mühle eine biologische Lösung für ein auch hygienisches Problem.

Im Oktober 2018 sollten Wanderfalken zur Lösung der übermäßigen Wildgänse-Population am Jröne Meerke eingesetzt werden, da die Tiere Exkremente in dem Wasser der Anlage hinterlassen und dadurch Gesundheitsrisiken bei der Nutzung entstehen. Der damalige Tenor: Entweder Wildgänse – oder Wasserspielplatz. Der Bürgermeister selbst hatte sich damals auf den Weg nach Düsseldorf-Angermund gemacht, um dort den Falkner Luitger Schnurbusch zu besuchen. Der wollte seinerseits sogar eine eigene zentrale Falknerei inklusive einer Greifvogel-Auffangstation auf Neusser Stadtgebiet einrichten. Das Unterfangen scheiterte jedoch an einem geeigneten Grundstück.

Bislang ist also, bis auf die Tatsache, dass die Vögel – sowohl Tauben, Krähen aber auch Wildgänse – nichts nachhaltiges passiert, so der Neusser FDP-Chef Michael Fielenbach. Es ist immer dasselbe, die Politik äußert sich mit Absichtserklärungen, denen keine Taten folgen und die Problematik besteht weiter –zum zunehmenden Unwillen der Bürger fort, so M. Fielenbach. In Neuss kommt dann noch eine weitere Eigenart hinzu. Anscheinend von der scheinbar guten Finanzlage der Stadt getrieben, werden z.B. für die Taubenplage in Neuss kostenintensive Lösungen in Form von Taubenhäusern favorisiert und der Einsatz der Feuerwehr zur Rettung durch Taubenspikes in Not geratener Tiere durch den Umweltdezernenten lauthals propagiert, so der FDP-Fraktionschef Manfred Bodewig. Das waren immerhin 200 Einsätze der Feuerwehr, die nicht nur richtig Geld kosten, sondern auch das Engagement der freiwilligen Helfer für Menschen in wirklichen Notlagen.

Im Kurpfälzischen gehen die Verantwortlichen da anders vor, berichtet M. Fielenbach anlässlich eines Besuchs in Heidelberg. Hier galten Wanderfalken fast 50 Jahre lang als ausgestorben. Ein Nistkasten im Kirchturm der Heidelberger Heiliggeistkirche konnte den Bestand aber retten.

Das Projekt „Natürliche Wiederansiedlung wild lebender Wanderfalken in Heidelberg“ wurde nun nach 2014 zum zweiten Mal als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Die Auszeichnung wird an Initiativen verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. In vielen weiteren Städten, darunter Zürich, Rom und London, fand das Projekt Nachahmer. In Neuss werden weiterhin andere Wege gesucht anstatt dieses vorbildliche Engagement auch in Neuss umzusetzen. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt wurde von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen. Ziel ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten und wird von der Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt mit Sitz in Osnabrück ausgerichtet.

Bundesweit ist die Ansiedlung von Greifvögeln möglich. Die Firmen, die dies möglich machen, sind bekannt und haben Erfolg. Wir werden in Kürze hierzu einen Antrag in den Rat der Stadt einbringen, so Fielenbach, damit sowohl das Tauben – als auch das Wildgansproblem endlich wirksam und v.a. nachhaltig im Sinne der Artenvielfalt, aber hinsichtlich des Gesundheitsschutzes angegangen wird. „Grüne heile Welt Beschwichtigungen“ führen da keinen Deut weiter. Dort widmet man sich lieber der Rettung des Weltklimas, indem hier alles, was bis dato Wohlstand und Arbeit gesichert hat, systematisch zerstört wird.